Knie-OP | Blog

Dr. John Richard Steadman ist der Arzt dem die Sportler vertrauen. Seine gottgleiche Bewunderung verdankt Steadman eines von ihm selbst entwickelten Verfahrens zur Behandlung von Kreuzbandrissen der sog. Healing-Response-Technik.

Beeindruckende Erfolgsrate

Der Grund warum sich so viele Profisportler zu einer Behandlung bei Dr. Steadman in die USA begeben ist nicht die schöne Aussicht von den Berggipfeln in Vail (Colorado), sondern die erfolgsversprechende Methodik der Behandlung, die mal eben eine Erfolgsrate von beeindruckenden 80% verspricht! Und die zahl 80 ist ein gutes Stichwort. Denn laut Statistik erfolgt bei 80% aller vorderen Kreuzbandrisse ein Abriss am Oberschenkelknochen. Und genau hier setzt die Healing-Response-Techink an.

Healing-Response-Technik

Steadmans Technik sieht einen schnellen Eingriff innerhalb nur weniger Tage nach erlittener Verletzung vor. Im Zuge einer einzigen Operation wird das alte Kreuzband wieder in Position gebracht („reponiert“). Nach zwei Tagen Klinikaufenthalt darf man sich in einen 6-wöchigen „Urlaub“ samt Kniegelenk-Schiene verabschieden. Danach erfolgt eine intensive Reha-Phase die dem Patienten ermöglicht bereits nach nur drei Monaten wieder Leistungssport zu betreiben.  Kein Wunder also das sich so viele von Kreuzbandrissen geplagte Sportler in Steadmans Hände begeben. Hört sich alles super fantastisch an! Und ist es wohl auch, wenn man es sich leisten kann.

Dr. Steadman: Danksagungen von Patienten

Intensives Training ist der Schlüssel zur schnellen Genesung

Okay, das dosiert, intensives Training der Schlüssel zu einer schnellen Genesung ist, ist wohl jedem klar. Steadman ist aber scheinbar nicht nur ein guter Orthopäde, sondern auch ein guter Therapeut. Sein Reha-Konzept das auf „Teamwork“ beruht sieht einen 7-Punkte-Plan vor:

Ziele

Das Ziel einer Reha ist die schnellstmögliche Wiederherstellung des vorhergehenden Leistungsvermögens des Patienten. Zur Erreichung dieses Ziels ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient und Physiotherapeut essentiell. Vitalität und Gesundheit auf dem Weg zur Wiederherstellung des Leistungsvermögens stellen dabei die obersten Prämissen dar.

Kommunikation

Dr. Steadman in seinem Büro in Vail, Colorado

Klare und stetige Kommunikation innerhalb der Reha-Teammitglieder über die Art und Weise zur Zielerreichung sind sehr wichtig. Individuell auf den Patienten abgestimmte Protokolle stellen dabei die Basis der Kommunikation dar. Ein Protokoll ist hierbei wie eine Mischung aus Trainings- und Gesundheitsplan zu sehen, der etwaig auftretende Probleme fixiert und in den weiteren Ablauf berücksichtigt.

Motivation

Die Motivation eines Menschen ist individuell und das genaue Verständnis welcher Weg der individuell optimalste ist, ist entscheidend für eine rasche Genesung. Dafür ist es notwendig den Menschen hinter der Verletzung kennenzulernen. Seine oder ihre sportlichen und persönlichen Ziele in Verbindung mit dem aktuellen Gesundheits- und Fitnesszustands.

Befolgung (der Ziele)

Der Patient muss sich seiner wesentlichen Rolle während der Rehabilitation bewusst machen. Nur durch gute Zusammenarbeit mit dem Reha-Team und strikter Befolgung des Reha-Programms kann eine optimale Therapie gewährleistet werden. Das Programm soll dabei umfassend aber nicht überfordert sein. Der Patient muss das Programm vollständig verinnerlichen.

Animierung

Zuspruch und Bewusstmachen der Ziele von Seiten des Therapieteams an den Patienten sind ein weiterer Schlüssel zum Therapieerfolg.

Komplikationen managen

Aufkommende Probleme wie Knieschmerzen richtig zu managen sind essentiell für ein erfolgreiches Endergebnis und gehören zum Reha-Programm dazu. Frühzeitige Behandlungen der aufkommenden Schmerzen sind das A und O für eine stetige Genesung. Auch hier ist eine gute Kommunikation zwischen den Akteuren zielfördernd.

Resultate optimieren

The Crucial Principles in Care of the Knee

Quelle: Buch von Steadman

Optimale Resultate werden erreicht, wenn effektives Teamwork, Kommunikation und die Befolgung des Reha-Programms eine Kombination bilden. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei zwei geteilt und besteht einerseits aus dem Verständnis und Folgen des Rehabilitationsplans und andererseits aus der „Kunst“ den Patienten durch individuell durch das Reha-Programm zu führen.

Mein Fazit:

Schlussendlich ist es für den „Nichtprofisportler“ kaum möglich eine derartige strikte Rehabilitation nach Plan durchzuführen. Die Faktoren Zeit und Betreuung sind hier sicherlich wichtige Punkte der dem Ganzen entgegensteht. Wohl dem der sich in der komfortablen Situation befindet sich zu 100% auf die Genesung und Wiederherstellung der alten Leistungsfähigkeit konzentrieren zu können. Allen anderen seien die Reha-Übungen nach einer Knie-OP ans Herz gelegt.

5 Kommentare zu “Knie-OP? Dann besser gleich zu Dr. Steadman!”

  • Paskal

    24. März 2014 at 11:39

    Hallo zusammen,

    ich wurde im vergangenen August mittels Healing-Response am Knie operiert. Dabei habe ich allerdings nicht auf die Stimmen meiner Bekannten gehört die allesamt negative Erfahrungen mit dieser Operationsmethodik hatten.

    Aber kurz zur Sache:
    Im August bzw Ende Juli gabs das letzte Vorbereitungsspiel, welches man noch mit 7:0 recht deutlich dominierte. In der 87. ist bei einem Richtungswechsel das vordere Kreuzband des linken Knies gerissen bzw. abgerissen(!!!). Das eröffnete die Möglichkeit des Healing-Response. Dabei wird der Teil, wo der Abriss stattfand aufgebohrt bis eine leichte Blutung im Knochen auftritt. Dadurch treten Stammzellen aus, welche das Kreuzband mit der Zeit wieder am Knochen fixieren sollen.

    Nach 6 Wochen lästiger Streckschiene und rapiden Muskelaufbau ging es um die Vollbeweglichkeit des Beins, welches recht zügig eintrat.

    Nach Muskelaufbau und Koordinationsübungen im Fitnessstudio ging es wieder mit Ball auf den Platz. Bis dato alles kein Problem.
    Bei einer leichten Sprungübung auf dem behandelten Bein kam es zu einer minimalen Drehung des Beins und schon ists passiert. Wiedermal Kreuzbandriss, nur diesmal zusätzlich Meniskusschaden.

    (!!!!!)Damit ist das 4. Healing-Response Kreuzband von 4 befreundeten Sportlern gerissen. Nun gabs eine Kreuzbandplastik.

    Im Nachhinein hätte ich mich besser für eine Kreuzbandplastik entscheiden sollen, aber nachher ist man immer schlauer!

    Ich hoffe euch geht es besser !
    LG

    • Thomas

      31. März 2014 at 12:28

      Hallo Paskal,

      lieben Dank für das Teilen Deiner Erfahrungen mit der Healing-Response-Methode. Ich wünsche Dir eine schnelle Genesung und gute Besserung! Viele Grüße, Thomas

  • Ralph

    5. April 2014 at 21:09

    Danke für den tollen Beitrag

  • sebastian

    18. Mai 2014 at 13:53

    Hallo zusammen,
    Ich wurde auch mit dieser Methode am Knie operierte und wusste auch nichts über diese Operation.
    Nach dem Entschluss gab es kein zurück mehr.
    Meine Abbau vom Bein ist der gleich wie bei Paskal , ist nicht schön aber nun gut.
    Am 14.05.2014 Habe ich nun die Schiene Abbekommen und dufte nun ohne Schiene gehen und bewegen, was für mich sehr ungewohnt war und auch noch ist.
    Ich habe nur die Frage an euch: wie sieht nun mein Physio Plan aus, der nämlich bei mir nicht so klar ist da mein Arzt mir nicht wirklich was mitgegeben hat für die Krankengymnastik

    LG

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